Bewerbung per E-Mail oder per Post?

Große Unternehmen bieten eine standardisierte Bewerbung über ein Online-Formular auf der firmeneigenen Internetseite an. Wird dies angeboten, müssen Sie es selbstverständlich nutzen.

Beachten Sie dabei bitte: Die erste Auswahl im Bewerbungsverfahren wird aus wirtschaftlichen Gründen durch einen Stichwort-Scanner getroffen. Sie sollten deshalb die Schlüsselwörter aus der Stellenausschreibung in Ihrem Anschreiben und Ihrem Lebenslauf wiederholen.

Doch die überwiegende Mehrheit aller Arbeitsplätze gibt es bei klein- und mittelständischen Unternehmen, Kommunen und sozialen Organisationen. Die setzen überwiegend auf den klassischen Bewerbungsweg mit einer Bewerbungsmappe.

In sehr vielen Stellenanzeigen wird es Ihnen frei gestellt, ob Sie sich per E-Mail oder per Post bewerben.

Viele Bewerber/innen stellen sich deshalb die Frage, welche Variante die Bessere ist?

Im Folgenden bieten wir Ihnen dazu eine Entscheidungshilfe und beginnen mit der Frage:

 

Welche Bewerbungsart wird von Personalentscheidern bevorzugt?

 

Eine Umfrage von BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) im Jahr 2010 bei 1357 Unternehmen in Deutschland bietet eine aufschlussreiche Antwort:

 

61 Prozent der Personalentscheider bevorzugen eine schriftliche Bewerbungsmappe

19 Prozent bevorzugen E-Mails

8 Prozent wünschen sich eine Bewerbung über ein Web-Formular

12 Prozent haben keine Präferenz

 

Unser Tipp:

Rufen Sie an und fragen Sie nach, vgl. den Abschnitt zum Telefonieren unter den Bewerbungstipps.

 

Achtung:

Wenn in der Stellenanzeige ein Ansprechpartner und eine Telefonnummer angegeben ist, sollten Sie auf jeden Fall anrufen! Denn diese Angaben sind eine indirekte Aufforderung an Sie, beim potenziellen Arbeitgeber anzurufen. In diesem Fall kommen Sie meistens überhaupt nur in die engere Auswahl, wenn Sie vorher angerufen haben.


Im Folgenden nun eine Übersicht der beiden gängigsten Bewerbungsvarianten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen:

 

Vorteile der Bewerbung per E-Mail:

  • kostengünstig

  • die richtige Wahl für Bewerbungen in Branchen wie z.B. IT-Berufen

  • Ihre Bewerbung kann innerhalb der Firma leicht weitergeleitet werden

 

Nachteile der Bewerbung per E-Mail:

  • Eine Mail ist schnell weggeklickt. Umfragen in den USA ergaben, dass bis zu 20 % der E-Mail-Bewerbungen gar nicht geöffnet werden. Für Deutschland gilt nach Einschätzung einer Fachbuch-Autorin eine ähnliche Zahl. Sie sollten Ihre E-Mail-Bewerbung auf jeden Fall nur an eine bestimmte Person senden und nicht an eine allgemeine Mailadresse wie personal@... Außerdem sollte Sie auf jeden Fall nachfragen, wenn Sie keine Empfangsbestätigung erhalten.

  • Wenn Sie in die engere Auswahl kommen, wird Ihre Bewerbung beim Arbeitgeber ausgedruckt und an die Entscheider verteilt. Dabei haben Sie keinen Einfluss auf die Qualität des Ausdrucks, insbesondere die Ihres Fotos. Ein Farbfoto, in schwarz-weiß und ohne Fotoeinstellung gedruckt, hinterlässt einen anderen Eindruck, als ursprünglich von Ihnen beabsichtigt.

  • Im Vergleich zu den Bewerbungen in Mappen wirken die ausgedruckten Bewerbungen per E-Mail deshalb nicht so hochwertig.

 

Wichtiger Hinweis:

Wenn Sie sich per Mail bewerben und zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, wird meistens von Ihnen erwartet, dass Sie eine vollständige Bewerbungsmappe mitbringen. Wir empfehlen Ihnen, für jeden am Gespräch Beteiligten eine eigene Mappe mitzubringen. Dies hat zu sehr guten Rückmeldungen in Vorstellungsgesprächen geführt und ist ein Ausdruck der Wertschätzung aller am Gespräch Beteiligten. Die TeilnehmerInnen können Sie vor dem Vorstellungsgespräch telefonisch erfragen, z.B. bei der Terminbestätigung.

 

Vorteile der Bewerbung per Post:

  • Sie bestimmen die Qualität in der Ihre Bewerbungsunterlagen ausgedruckt werden (siehe obigen Hinweis).

  • Sie bestimmen die Qualität der Mappe, des Papieres und des Umschlages. Damit bieten Sie dem Personalentscheider mehr Bewertungskriterien. Er erhält von Ihnen eine Arbeitsprobe.

  • Aus unserer Sicht die wichtigsten Argumente: Eine Bewerbungsmappe ist etwas, das der Personalentscheider anfassen kann. So machen Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes (be)-greifbarer. Der haptische Eindruck, das ist durch zahlreiche Studien belegt, vermittelt Wertschätzung, weckt Emotionen (Grundlage für Entscheidungen) und vermittelt Glaubwürdigkeit.

  • Und Glaubwürdigkeit ist das wichtigste Entscheidungskriterium für Personalentscheider!
     

Nachteile der Bewerbung per Post:

  • für manche Branchen wie z.B. IT-Berufen nicht geeignet

  • kostet Geld. Allerdings können Sie die Bewerbungskosten von der Steuer absetzen. Meistens wird eine Pauschale von 10 Euro pro Bewerbung plus Fahrtkosten anerkannt.

 

Fazit:


Rufen Sie beim potenziellen Arbeitgeber an und fragen Sie nach, was er bevorzugt.
Wenn Sie das nicht möchten, wählen Sie die Variante per Post. Damit liegen Sie bei der Mehrheit der Personalentscheider richtig und vermitteln durch die Mappe, das Papier und Ihr Foto einen hochwertigeren Eindruck.


Weiter zu den  Bewerbungsmappen >>